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Wildobst aus dem Garten
20.06.2013 07:07 ( 2009 x gelesen )



Wildobst aus dem Garten

Nicht selten ist man im eigenen Garten von Gewächsen umgeben, die ungeahnte Köstlichkeiten liefern. Viele Bäume und Sträucher, auch Zierformen, liefern überaus schmackhafte Früchte, die sich allerdings weniger zum Frischverzehr, als viel mehr zur Verarbeitung zu leckeren Marmeladen oder Kompotten eignen.  

Hier ein paar Beispiele:

Vogelbeere (Sorbus aucuparia)

Die leuchtend orangeroten Früchte der Vogelbeere oder Eberesche gelten weithin als giftig und werden zur Speise allein den Vögeln überlassen. Im Rohzustand schmecken die kugeligen Apfelfrüchtchen denn auch herb bitter und enthalten u.a. Blausäure, sind für den Verzehr also nicht geeignet. Legt man die Früchte aber für 24 Stunden in Essigwasser (ein Drittel Essig, zwei Drittel Wasser) ein, werden die schädlichen und bitteren Inhaltsstoffe abgebaut. Vogelbeergelee ist eine zartherbe Delikatesse, die alternativ zu Preiselbeerkompott vor allem Wildgerichten das gewisse Extra verleiht. Dazu kocht man die eingeweichten Beeren auf, zerstampft sie und presst den Saft ab. Dieser wird mit Himbeer- und/oder Apfelsaft zu gleichen Teilen gemischt und zu Gelee weiterverarbeitet.

Kirschpflaume (Prunus cerasifera)

Mit duftiger Pracht ihrer weißen oder rosafarbenen Blüten zieht die Kirschpflaume, ein mehrtriebiger Strauch oder kleiner Baum, im zeitigen Frühjahr nicht nur die Aufmerksamkeit der Bienen auf sich. Aus den Blüten entwickeln sich 2-3 cm große, gelbe, rote oder violette Früchte, die Kirschpflaumen, um die sich Amseln und Spatzen mit lautstarkem Zwitschern streiten. Aber man sollte die Kirschpflaumen den Vögeln nicht zur Gänze überlassen, sondern selbst von den sehr saftigen, mehr oder weniger süßen Früchten profitieren. Kirschpflaumen können wie Kirschen oder Pflaumen zu Marmelade, Kompott oder Saft verarbeitet werden. Sie lösen sich nur sehr schwer vom Stein, deshalb kocht man sie am besten unentsteint und streicht sie dann durch ein Sieb. Man kann sie auch ohne weitere Vorbereitung unentsteint einfrieren und später wie frisch verwenden.  

Zieräpfel (Malus-Arten)

Beliebt sind die eher kleinen Bäume wegen ihrer herrlichen Blütenzier im Frühjahr. Je nach Art und Sorte tragen sie aber auch durchaus schmackhafte Früchte. Sie schmecken herber und säuerlicher als die Kulturäpfel, können aber ebenso zu Gelee und Saft gekocht werden. Probieren sollte man einmal, Apfelgelee zu zwei Dritteln aus Tafeläpfeln und zu einem Drittel aus Zieräpfeln herzustellen, eine Gaumenfreude mit besonderem Pfiff.  

Zierquitten (Choenomeles-Arten)

Die Sträucher setzen mit ihren weißen, rosafarbenen, orangeroten oder roten Blüten leuchtende Akzente in den Frühlingsgarten. Die meist gelben Früchte aber beachtet man oft gar nicht mehr. Zu Unrecht, denn sehr aromatisch duftende, den echten Quitten sehr ähnlichen Früchte können Quitten- oder Apfelgelee wunderbar verfeinern. Ersetzt man etwa ein Drittel der zu verarbeitenden Früchte durch Zierquitten, erhält das Gelee eine einzigartige Note.  

Berberitze (Berberis vulgaris)

Die dornenbewehrten Sträucher der Berberitze stehen vielerorts als Hecken. Ins Auge fallen sie hauptsächlich durch ihr Laub, allenfalls die gelben, sehr intensiv riechenden Blüten erregen noch etwas Aufmerksamkeit. Die kleinen, scharlachroten, walzenförmigen Früchte dagegen werden nur allzu häufig übersehen. Sie sind sehr vitaminreich und kräftig sauer – daher trägt die Berberitze auch den Namen Sauerdorn. Man kann sie Marmeladen oder Kompotten untermischen, sie verleihen diesen eine sehr erfrischende Komponente. Für heiße Tage ist die Berberitzenlimonade zu empfehlen: Zwei Handvoll Berberitzenfrüchte mit 1 Tasse Zucker in ½ l Apfelsaft geben, aufkochen, mit dem Pürierstab aufmixen und abseihen. Den Sud mit Mineralwasser aufgießen und gekühlt servieren. ACHTUNG:
Die Früchte von Zierarten der Berberitze (vor allem rotlaubige Formen) sollte man nicht verwenden, ebenso nicht die blauen Früchte der mit der Berberitze verwandten Mahonie.

Felsenbirne (Amelanchier-Arten)

Schlank erheben sich die Kronen der Felsenbirnensträucher in vielen Gärten. Im Lenz streifen sie ein weißes, nach Honig duftendes Blütenkleid über, im Herbst fallen sie durch ihr feurig orangerotes Laub auf. Die winzigen Birnenfrüchte sind erst rötlich, allmählich färben sie sich schwarzviolett. Voll ausgereift schmecken sie süßlich. Man kann sie frisch vom Baum verzehren, die Früchte sind gut saftig. Allerdings sollte man nicht allzu viel davon naschen, denn mit ihren Gerbstoffen können sie sich auf den Magen legen. Gekocht aber sind sie völlig unbedenklich. Ein Genuss sondergleichen ist ein Felsenbirnenkompott, wozu frische Früchte mit Zucker aufgekocht und mit einem guten Schuss Birnenbrand verfeinert werden.  

Kornelkirsche (Cornus mas)

Sehr früh im Jahr scheinen die Kornelkirschensträucher wie in Gold getaucht, dann haben sich ihre winzigen Blüten geöffnet. Später geben sich die Gehölze eher schlicht, erst im Herbst blitzen die scharlachroten, beerenartigen Früchte aus dem Laub hervor. Diese schmecken erfrischend säuerlich, wenn auch etwas herb, und bergen im Inneren einen spindelförmigen Stein, der sich kaum herauslösen lässt. Die Früchte sind sehr reich an Vitamin C, ihr Fleisch intensiv rot gefärbt. Gelee und Saft bekommen eine sehr hübsche rosarote Farbe, man mischt die Kornelkirschen am besten mit Äpfeln, Birnen oder Melonen.


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