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Unkraut, das man essen kann
20.06.2013 06:59 ( 2001 x gelesen )



Unkraut, das man essen kann

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Abschätzig wird der Löwenzahn auch Pfaffenröhrlein, Mönchskopf und sogar Bettpisser genannt, letzteres wegen seiner kräftig harntreibenden Wirkung. Ernten sollte man allein die jungen Blätter des Frühjahrstriebs, später sind sie zu bitter. Der Milchsaft der Stängel ist giftig. Die zarten Blättchen schmecken etwas bitter, aber würzig und können roh in Salaten oder gekocht wie Spinat gegessen werden. Besonders mild im Geschmack werden die Blätter, wenn man sie bleicht ähnlich wie bei Chicoree.

Brennnessel (Urtica dioica)

Junge Brennnesselblätter kann man roh im Salat essen oder schonend zu spinatähnlichem Gemüse kochen, in Omeletts füllen oder zu Suppen verarbeiten. Keine Angst vor den Brennhaaren, schon beim Waschen geht deren unangenehme Wirkung verloren, spätestens aber, wenn man die Blätter nach dem Waschen in einem Trockentuch sanft rubbelt. Das Brennen verliert sich auch, wenn die Blätter leicht angewelkt sind – ernten sollte man sie jedoch besser mit Handschuhen. Oder man vertraut darauf, dass der Kontakt die Durchblutung der Haut anregt und vor Rheuma und Gicht schützt. Brennnesseln enthalten überaus reichlich Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und gelten als Wundermittel für eine entschlackende, blutreinigende Frühjahrskur. 

Vogelmiere (Stellaria media)

Das einjährige Kriechkraut trägt zartgrüne, saftige Blättchen an brüchigen Stielen und blüht mit winzigen weißen Sternblüten. Die Blättchen schmecken sehr würzig und verfeinern roh Salate und Suppen, können aber auch wie Spinat zubereitet werden. Sie sind reich an Vitamin C und Mineralstoffen.  

Giersch (Aegopodium podagraria)

Geradezu zum Teufel könnte man ihn wünschen, den Giersch oder Geißfuß, der sich unaufhörlich breit macht. Doch bevor man ihm mit schwarzer Mulchfolie oder einer dicken Lage Zeitungspapier zu Leibe rückt, sollte man schnell noch etwas ernten: Junge Blätter nämlich, die man wie Spinat zubereitet, vermischt mit anderen Wildkräutern wird aus dem Satansbraten dann ein himmlischer Genuss.  

Gundelrebe (Glechoma hederacea)

Hübsch ist sie die schon, die Gundelrebe oder der Gundermann, mit ihren vierkantigen Stengeln, den runden, gekerbten Blättern und den violetten Lippenblüten. Aber sie kriecht durch alle Beete hindurch, schlägt immer wieder Wurzeln und wuchert bisweilen alles zu. Die Blätter, von denen nur die jungen im Frühjahr Verwendung finden, schmecken sehr kräftig würzig. Wie viele andere Frühlingskräuter hackt man die Blättchen in Salate und Saucen.  

Guter Heinrich (Chenopodium bonus-henricus)

Gänsefuß nennt man die Staude auch wegen ihrer dreieckigen, an Gänsefüße erinnernden Blätter. Früher war der Gute Heinrich ein geschätztes Gemüse, das jedoch vom Spinat verdrängt wurde und heute nur noch als lästiges Unkraut gilt. Vielleicht ändert sich das, wenn man weiß, dass der Gute Heinrich wesentlich mehr Eisen enthält als Spinat und reich an Vitamin B ist. In England erntet man Anfang April die jungen Triebe als Spargelersatz, dazu wird der Boden schon im Herbst mit einer dicken Mulchschicht aus Kompost bedeckt, um das Licht von den Trieben fernzuhalten. Die Blätter pflückt man bis zu Beginn der Blütezeit, denn wenn sich die grünlichen Blütenähren öffnen, schmecken sie sehr herb.  

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und
Breitwegerich (Plantago major)

Wegeriche hat wohl jeder in seinem Garten. Im Rasen werden sie heftig bekämpft, wenn auch mit eher mäßigem Erfolg, denn die Blattrosetten schmiegen sich dicht an den Boden und entgehen dem Rasenmäher, ausstechen lassen sich die Kräuter auch nur unter Mühen. Aber man kann sie ja essen. Zarte, weiche Blätter werden fein gewiegt und unter Salate gemischt, sie schmecken fein herb und wirken blutreinigend. Erste Hilfe bei Insektenstichen leistet der Spitzwegerich auch noch: Ein Blatt zerdrücken und auf die Stichstelle auflegen.  

Beinwell (Symphytum officinale)

Als wundertätiges Kräutlein wird er gepriesen, heilt er doch Knochenbrüche und Geschwüre an den Beinen. Die grob gerippten Blätter enthalten Stoffe, die die Zellteilung fördern, daneben aber auch eine ganze Palette anderer gesunder Substanzen. Außerdem sind sie sehr eiweißreich. Junge Blätter kann man in Salate mischen oder ähnlich wie Salbei in Butter kross braten. Noch etwas Spezielles: Beinwellblätter im Badewasser machen die Haut seidig weich.  

Wegwarte (Cichorium intybus)

In früheren Notzeiten wurden die Wurzeln der Wegwarte, auch Zichorie genannt, geröstet und gemahlen und als Kaffeeersatz verwendet. Die Blätter können in Salaten und wie Spinat gegessen werden, die himmelblauen Blüten ergeben eine essbare Dekoration dazu. Besonders zart und weniger bitter schmecken die Wegwartenblätter, wenn man sie bleicht: Im Herbst die oberirdischen Teile kräftig zurückschneiden, Wurzeln ausgraben und in tiefe Töpfe in Sand pflanzen, dunkel aufstellen und feucht halten, nach 3-4 Wochen können die weißen Blätter geerntet werden.  

Knoblauchrauke (Alliaria petiolata)

Zart nach Knoblauch duftet die Pflanze, die oft entlang von Hecken wächst. Stärker wird das typische Aroma, wenn man die herzförmigen, kräftig gekerbten Blätter zerdrückt. Ähnlich dem echten Knoblauch oder wie der Bärlauch würzen die jungen Blätter Salate, Saucen und Suppen, auch auf ein Butterbrot gestreut schmecken sie gut.

 


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