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Gemüse aus Omas Garten
20.06.2013 06:38 ( 1662 x gelesen )



Gemüse aus Omas Garten

Wussten Sie, dass die Menschen bereits in der Jungsteinzeit Möhren gegessen haben? Allerdings waren es damals nicht die großen, süßen, orangeroten Wurzelrüben, sondern eher schmächtige, weißliche Rübchen – die der Wilden Möhre. Die bekannten Mohrrüben oder Karotten mit ihrer ansprechenden Farbe entstanden erst innerhalb der letzten 300 Jahre. Uralte Kulturpflanzen, die seit jeher den Speisezettel bereichern, sind weiterhin Erbsen, Zwiebeln und Salat. Verglichen mit ihnen könnte man Tomaten, Kürbisse und Kartoffeln als Neuheiten bezeichnen, denn die gelangten erst nach der Entdeckung der neuen Welt nach Europa. Alle diese Gemüse sind heute allgegenwärtig, wenn auch der Kürbis erst in den letzten Jahren wieder vermehrt zu Ehren kam. Als Arme-Leute-Essen verpönt, durch andere Arten ersetzt oder schlicht vergessen hat man aber vielerlei Gemüse, das unsere Großeltern noch kannten und schätzten. Auf der Suche nach immer neuen Gaumenkitzeln erlangt so manches alte Gemüse heute wieder Wertschätzung, so z.B. die Rüben (Dachauer Rübenwochen!).

Hier ein paar Gemüsespezialitäten, die auf einen Anbau im Garten warten:

 

Flügel- oder Spargelerbsen (Tetragonolobus purpureus)

Die erbsenähnlichen, aber deutlich vierkantigen Hülsen sind an den Kanten flügelartig verbreitert. Sie werden wie Zuckerschoten zubereitet, also nur kurz in Butter geschmort.

Löffelkraut (Cochlearia officinalis)

früher auch Skorbutkraut genannt, da es mit seinem hohen Vitamin-C-Gehalt vor dieser Krankheit bewahrte. Die niedrige, wintergrüne Pflanze trägt löffelförmige, dunkelgrüne Blätter, die ein wenig ähnlich wie Kresse schmecken. Man verwendet sie als Würzzutat in Salaten oder für Quark, kann sie aber auch als Salat oder in Suppen genießen.

Eiskraut (Mesembryanthemum crystallinum)

oder Kristallkraut hat seinen Namen von den fleischigen, hellen, von vielen Drüsen bedeckten Blättern, die in der Sonne wie Eiskristalle funkeln. Das anspruchslose Gemüse wächst rasch und liefert würzig schmeckende Beigaben für Salate, kann aber auch ähnlich wie Spinat zubereitet werden.

Erdbeerspinat (Chenopodium capitatum)

ist eine uralte Kulturpflanze, die an langen Stängeln zwischen schmalen Blättern walderdbeerähnliche Früchte trägt. Sie sieht nicht nur überaus dekorativ aus, sondern ergibt ein schmackhaftes Gemüse.

Kubaspinat (Montia perfoliata)

Winterportulak, Postelein, Tellerkraut oder Westindischer Spinat ist eine einjährige, aber winterharte Pflanze mit teller-, später schüsselförmig gebogenen Blättern, in deren Mitte sich ein Büschel weißer Sternblütchen entfaltet. Die Blätter schmecken mild spinatartig, sie enthalten reichlich Vitamin C und Eisen. Das sehr anspruchslose Gemüse lässt sich ganzjährig säen, bei später Saat oder im Frühbeet kann man nach und nach bis weit in den Winter hinein ernten.

Rapontikawurzel (Oenothera biennis)

Nachtkerze oder Schinkenkraut wächst zweijährig, im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten treibt der Blütenschaft in die Höhe, an den sich abends gelbe, süß duftende Blüten öffnen. Geerntet werden die fleischigen Wurzeln, allerdings möglichst schon vor der Blütenbildung. Man bereitet sie wie Schwarzwurzeln zu, bekommt aber keine dunkel verfärbten Finger davon.

Spargelbohnen (Vigna unguiculata ssp. sesquipedalis)

oder Spaghettibohnen klettern 2-3 m hoch und tragen handförmig geteilte Blätter. An günstigen, warmen Standorten entwickeln sich bis zu 1 m lange bohnenartige Früchte, die man wie Bohnen verwendet.

Cardy (Cynara cardunculus)

die Kardone oder Spanische Artischocke ist der echten Artischocke sehr ähnlich. Man kultiviert die stattliche, bis 1,5 m hohe Pflanze jedoch vorwiegend einjährig und verwendet die Blattstiele, denn die zwar hübschen Blüten enthalten anders als die echte Artischocke keinen fleischigen Blütenboden. Am besten wickelt man die Blattstiele im September in Packpapier oder Folie und bleicht sie, so ergeben sie ein wunderbar feinwürziges Blattstielgemüse (untere Abschnitte abschneiden und enthäuten).

Knollenziest (Stachys affinis, S. sieboldii, S. tubifera)

nennt man auch Japanische Kartoffel, Chinesische Artischocke oder Crosne. Die mehrjährige, winterharte Staude friert im Winter zwar zurück, treibt jedoch im Frühjahr wieder aus. Geerntet werden die knollig verdickten Spitzen der Wurzeln, indem man die Pflanze mit der Grabegabel anhebt und die Knollen vorsichtig abschneidet. Sie trocknen rasch aus, deshalb sollte man sie rasch verarbeiten. Ungeschält gekocht ergeben sie ein Gemüse, das geschmacklich an Spargel und Artischocken erinnert


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